Der Revoluzzer

Sozialistische Zeitung
ab Jg.2 (1916): Sozialistische Zeitung für Bildung und Unterhaltung
Zürich

Red. Dr. Minna Tobler-Christinger [u. Fritz Brupbacher]; Itschner, Hans
Druck: Julius Heuberger, Zürich

Das Blatt erschien im Jg.1 (Jan. 1915) - Jg.2 (August 1916) in deiner Auflage von 2000 auf 3500 Ex. im Folio-Format

Autoren waren Ball, Hugo; Brupbacher, Fritz; Christinger, Minna; Hennings, Emmy; Itschner, Hans; Lorenz, Jakob; Oppenheimer, Max (Ill.); Ragaz, Clara; Rieder, Fritz; Tobler, Max

Der "Revoluzzer" war ein Sammelbecken der linken Opposition gegen die damalige Burgfriedenspolitik der Sozialdemokratie im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg.
Brupbacher schreibt dazu: "Diese Jugend wollte mit aller Energie ankämpfen gegn den Patriotismus und gegen die Vaterlandsverteidigung, war begeistert internationalistisch und bekundete das auch, indem sie in alle Versammlungen lief und füe ihre Ideen dort auftrat. Sie wollte natürlich auch eine Zeitung machen - welche richtige Jugend wollte das nicht -, die der Welt das Heil bringen sollte. Dieser Jugend schloß ich mich an und gab ihrer Zeitung den Namen 'Revoluzzer'." (Brupbacher: 60 Jahre Ketzer, S.197-198)
Zum Selbstverständnis heißt es in der ersten Nummer:
"Der Revoluzzer soll ein Blatt der kämpfenden Arbeiter sein. Er will der Arbeiterbewegung ihre sozialistischen und revolutionären Ideale erhalten. Er will nicht, daß die Arbeiterbewegung den Charakter einer internationalen Kulturbewegung aufgebe, um zu einer angeblich realpolitischen Anpassungspartei zu werden. Und er will nicht, daß die abgestandenen nationalen Ideale der Bourgeoisie das Proletariat geistig verseuchen und ihm Sand in die Augen streuen darüber, daß es der Todfeind der bürgerlichen Gesellschaft ist und bleiben muß." (nach Lang: Kritiker, S.238)