Werden eingesandte Texte zensuriert?
Ja und nein.

lyrik online ist ein ein web-journal der skepsis linie™.
Dahinter steht das philosophisch-künstlerische Konzept
«Skepsis & Leidenschaft». Gemeint sind die Gedanken,
Bilder, Zweifel, Formen, Gestaltungen,
deren Quelle das Erleben des/der Einzelnen ist,
gewissermaßen im Kontrast zu den Gestaltungen
des kulturellen Kollektivs der Bekenntnisse und Verkündigungen
der Religionen, der sich allgemeinverbindlich gebärdenden,
weltanschaulichen Konzeptionen oder der modischen
Mainstream-Massenpsychosen des Politisierens von
rechts, links oder mitten durch ...

Manche der eingesandten Texte passen schlecht in
diesen Rahmen und werden darum hier nicht publiziert

(oder wieder gelöscht); allerdings ist der Rahmen sehr
weit gesteckt und manches mag der Aufmerksamkeit der Redaktion
entgehen, dann steht's halt trotzdem da, als trotziges
kollektives Glaubensbekenntnis gegen all die anarchischen
Zweifel und Leidenschaften; und der Schreiber mag sich
als Einzelner freuen, über die gelungene Unterwanderung,
was dann schon fast wieder in den Rahmen passt.

Allerdings bleibt jede Zensur fragwürdig, weil die Abgrenzung
zwischen dem Originalgenie der Einzelnen und ihrem Eingebundensein
in kollektive Bekenntnisse niemals scharf getroffen werden kann.
So trifft die Redaktion ihre Auswahl (wenn sie denn grad Lust hat,
eine zu treffen) ganz undemokratisch, in eigener Willkür und ohne
sich weiter zu erklären, außer mit obigen paar Zeilen und der
Anregung, auch etwas in den Seiten von «Skepsis & Leidenschaft»
zu schmökern. Vielleicht bringt das Anregungen zur Eigenwilligkeit
gegenüber den geheiligten Traditionen oder den modischen kollektiven
Gesinnungszwängen und den lauen Lüften der ewigwährenden
Diktatur des Wir.