Welche Anforderung stellen wir an ein Gedicht ?

(fast) keine
und doch
. . . . . dass es nicht einfach dahingeträllert sei
. . . . . vielmehr komponiert
. . . . . gedreht, gewendet, geknetet
und ruhen gelassen vor dem Backen
nur Könnerinnen und Könner schleudern es
ungegärt
. . . . . ins Publikum
gekonnt
. . . . . wird akzeptiert / applaudiert
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . / vergänglich gewesen sein

wir richten nicht über deine Träume
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . jedoch
(Agitation und Propaganda mögen wir nicht
auch nicht Moral ohne Gschicht / aber umgekehrt schon)
Orthografie und Grammatik:
. . . . . jede Abweichung von der Regel
. . . . . sollte gewollt sein, kein Missgriff in die Tasten
. . . . . sollte Gestaltung sein
. . . . . jede Zeilenschaltung mehr als
. . . . . »ein Gedicht hat halt Verse und Strophen«

hat Rhythmus und Spannung und Brüche und Melodie
und dich

mach dir deine Poetik selber
. . . . . (deine Regeln des Spiels)
aber mach dir welche
und lasse sie sterben, wenn die Zeit kommt
. . . . .
(oh, diese Ausreden: viele Gedichte von Könnern zu lesen,
. . . . . sei Gift für dein schöpferisches Ich im Gegenteil!)

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