älteste Tochter von 3 Kindern
Vater: Mathias Bachmann / Lehrer, später Hauptschuldirektor
Mutter: Olga Bachmann,
geborene Haas,
deren Familie betreibt eine Strickwarenerzeugung in Niederösterreich
1932-1936 Volksschule
1936-1938 Bundesrealgymnasium
1938-1944
Ursulinen-Gymnasium in Klagenfurt
erste Gedichte / Abitur
1942: fünfaktiges Versdrama "Carmen Ruidera"
1944: Erzählung "Das Hoditschkreuz"
1945-1950:
Studium in Innsbruck, Graz und Wien
Rechtswissenschaft und Philosophie
später ausschließlich Philosophie
Nebenfächer Germanistik und Psychologie
Kontakt zu Paul Celan (1920-1970) und Ilse Aichinger
1946:
Veröffentlichung der ersten Erzählung "Die Fähre"
in "Kärntner Illustrierte", Klagenfurt, Jg. 2, Nr. 36 vom
31. Juli 1946
1947-1952
arbeitet Bachmann an ihrem ersten Roman "Stadt ohne Namen"
aber abgelehnt von allen Verlagen
Dezember 1948 / Januar
1949: weitere Erzählungen / erste Gedichte
in der Zeitschrift "Lynkeus. Dichtung, Kunst, Kritik", Wien,
Nr. 1
hgg. von Hermann Hakel
1949: Praktikum in der Nervenheilanstalt Steinhof bei Wien
1950:
Promotion an der Universität Wien zum Dr. phil. mit:
"Die Kritische Aufnahme der Existentialphilosophie Martin
Heideggers"
Anstellung im Sekretariat der amerikanischen Besatzungsbehörde in Wien
1951-1953: Redakteurin der Sendergruppe Rot-Weiß-Rot in Wien
Februar 1952: Uraufführung des Hörspiels "Ein Geschäft mit Träumen"
Mai 1952: erste Lesung
auf der 10. Tagung der Gruppe 47
in Niendorf (Ostsee) unter anderem mit Ilse Aichinger
September 1952: 1. Reise nach Italien mit ihrer Schwester Isolde
Mai 1953: Preis der
Gruppe 47
für die Gedichte "Die große Fracht", "Holz und Späne",
"Nachtflug" und "Große Landschaft bei Wien"
seit Spätsommer 1953-1957
mit Unterbrechungen in Italien
auf der Insel Ischia, in Neapel und Rom als freie Schriftstellerin
Mai 1955 Fördergabe
des
"Literarischen Förderungswerkes des Kulturkreises im Bundesverband der
deutschen Industrie e.V."
für einen Essay über Musil
1954:
Gedichte in der mehrsprachigen Literaturzeitschrift "Botteghe Oscure",
Rom, Quaderno XIV,
herausgegeben von Marguerite Caetani.
25.März 1955: Uraufführung des Hörspiels "Die Zikaden" vom Hamburger Nordwestdeutschen Rundfunk
Reise in die Vereinigten
Staaten Einladung der Harvard-Universität in Cambridge (Massachusetts)
internationales Seminar der Harvard-Summer School of Arts and Sciences and
of Education
Leitung: Henry Kissinger
1955: Textfassung für Hans Werner Henzes Ballettpantomime "Der Idiot"
9. November 1954 - 23.September
1955: Pseudonym "Ruth Keller" (auch "R.K."
bzw. "er") für acht politischen Beiträge
als Korrespondentin der "Westdeutschen Allgemeinen" (Essen) in Rom
1956
Lyrikband "Anrufung des großen Bären"
26. Januar 1957: dafür "Literaturpreis der Freien Hansestadt
Bremen" (geteilt mit Gerd Oelschlegel)
Lyrik ist für Ingeborg Bachmann
Medium der Kritik an den restaurativen Kräften der Nachkriegszeit.
Essays "Die wunderliche Musik" und "Noch einmal: Die wundersame Musik"
1957: korrespondierendes Mitglied der "Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung" in Darmstadt
20. Oktober 1957:
Uraufführung von Hans Werner Henzes "Nachtstücke und Arien",
der Vertonung ihrer Gedichte "Im Gewitter der Rosen" und
"Freies Geleit"
anlässlich der Donaueschinger Musiktage
1957: Lyrikband "Die gestundete Zeit" beim Piper Verlag in veränderter Form neu aufgelegt
1957-1958: Dramaturgin beim Bayerischen Fernsehen in München.
1958
Beitritt zum "Komitee gegen die Atomrüstung"
gegen die Atombewaffnung der Bundeswehr
29. Mai 1958: Hörspiel
"Der gute Gott von Manhattan" uraufgeführt
17.3.1959: dafür "Hörspielpreis der Kriegsblinden"
Dankesrede "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar".
3. Juli 1958: trifft
Max Frisch in Paris bei einer Gastspielaufführung seines Dramas
"Biedermann und die Brandstifter",
Beginn der Liebesbeziehung zwischen den beiden
1958-1962 abwechselnd in Rom und Zürich.
1959: Mitglied des Deutschen PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland
1959/1960:
Gastdozentin für Poetik an der Universität in Frankfurt/Main
mit der Vorlesungsreihe "Probleme zeitgenössischer Dichtung"
1960:
ersten Reise in die DDR mit Hans Magnus Enzensberger und Walter Jens
trifft dort Ernst Bloch und Stephan Hermelin
25. Mai 1960: Treffen mit Paul Celan, Nelly Sachs und Max Frisch in Zürich
1960: Textfassung für Hans Werner Henzes Oper "Der Prinz von Homburg"
1961:
die zu Lebzeiten einzige bibliophile Ausgabe eines Werkes von Ingeborg
Bachmann:
Erzählung "Jugend in einer österreichischen Stadt" mit vier
Originalgravuren von Rudolf Schoofs
im Horst Heiderhoff Verlag, Wülfrath (Rheinland)
Juni 1961: Erzählband
"Das dreißigste Jahr"
Oktober 1961: dafür Literaturpreis 1960/61 des "Verbandes der
Deutschen Kritiker"
20. November 1961: außerordentliches Mitglied der Abteilung Literatur der "Akademie der Künste", Berlin
übersetzt und veröffentlicht eine Auswahl der Gedichte von Giuseppe Ungaretti.
Frühjahr 1963: Trennung von Max Frisch
wechselt anschließend ihren
Wohnsitz nach Berlin
(auf Einladung der Ford-Foundation)
Kontakte zu Alfred Andersch, Uwe Johnson, Johannes Bobrowski und Witold Gombrowicz.
Mitklägerin gegen den
CDU-Politiker Josef-Hermann Dufhues,
der die Gruppe 47 als "Reichsschrifttumskammer" bezeichnet
hatte.
Januar 1964: Reise nach Prag, im Frühjahr nach Ägypten und in den Sudan.
17. Oktober 1964:
"Georg-Büchner-Preis" von der "Deutschen Akademie für
Sprache und Dichtung"
Dankesrede "Ein Ort für Zufälle"
22. Januar1965
Schreiben an Simon Wiesenthal, plädiert für eine Verlängerungsfrist für
Naziverbrechen
(abgedruckt in: "Verjährung? 200 Persönlichkeiten des öffentlichen
Lebens sagen nein.
Eine Dokumentation", Frankfurt/M., Europäische Verlagsanstalt, 1965)
1965: Essay "Die geteilte Stadt", Allegorie eines krankhaften Geschichtszustands
1965: Unterschreibt mit anderen Persönlichkeiten die "Erklärung gegen den Vietnamkrieg"
Herbst 1965: mit
Hans Magnus Enzensberger in den Vorstand der
"Europäischen Schriftstellergemeinschaft" COMES (Communità
Europea degli Scrittori) gewählt.
Ende 1965: Übersiedlung nach Rom (Wohnsitz bis zu ihrem Tod)
Juni 1967: in London Teilnahme mit Hans Magnus Enzensberger an einem internationalen Dichtertreffen
März 1968: erscheint ihr Roman "Malina" bei Suhrkamp
20. November 1968: "Großer Österreichischer Staatspreis"
1971:
Veröffentlichung ihres ersten Romans "Malina",
handelt von frauenspezifische Themen
(gleich den nachfolgenden Romane und Erzählungen)
hier: eine Frau, deren Selbstverwirklichung an einem egozentrischen
Partner scheitert
Dezember 1971: "Anton-Wildgans-Preis der österreichischen Industrie" (Übergabe am 02.05.1972)
1972: zweiter Erzählband "Simultan"
März 1973 stirbt ihr Vater.
1973: Veröffentlichung der Erzählung "Gier"
25./26. September 1973:
nächtlicher Brand in ihrer Wohnung in Rom
(eingeschlafen beim Rauchen), schwere Verletzungen
17. Oktober 1973: Tod an den Brandverletzungen
25. Oktober 1973: Begräbnis auf dem Friedhof Klagenfurt-Annabichl
Werkausgaben
Hörspiele
Übersetzungen durch Ingeborg Bachmann
Netz-Verbindungen zu Ingeborg Bachmann - Seiten:
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