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22. Februar 1886: Hugo Rudolf
Ball wird in Pirmasens als fünftes von sechs Kindern des Schuhreisenden und
Lederhändlers Carl Ball und seiner Frau Josephina, geb. Arnold, geboren und am
11. März katholisch getauft.
Im Elternhaus erfährt
Ball eine streng katholische Erziehung.
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1891 Besuch der Volksschule
in Pirmasens (bis 1895).
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1895 Besuch des Königlichen
Progymnasiums zu Pirmasens, einer sechsklassigen Lateinschule (bis 1901). Erste lyrische und
musikalisch-kompositorische Versuche.
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1901 Auf Wunsch der Eltern
beginnt Ball eine Lehre in einer Lederhandlung in Pirmasens. Erste dramatische
Versuche und Gedichte.
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1904 Nach einem
gesundheitlichen Zusammenbruch bricht Ball seine Lehre ab und erhält
Privatunterricht zur Vorbereitung auf die letzte Gymnasialklasse.
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1905 In der Zeitschrift »Der
Pfälzerwald« erscheinen erste Gedichte.
September: Eintritt in
das Königliche Humanistische Gymnasium in Zweibrücken (bis Juli 1906).
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Juli 1906: Ball legt das
Abitur ab.
Oktober: Immatrikulation
zum Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in München (bis Juli
1907). Beginn einer
lebenslangen Freundschaft mit seinem Vetter August Hofmann.
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1907 Zum Wintersemester
wechselt Ball an die Universität Heidelberg, wo er u.a. Lehrveranstaltungen über
Wagner, Schopenhauer und Nietzsche belegt.
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1908 Aufenthalt in Basel.
November: Zum
Wintersemester kehrt Ball an die Münchner Universität zurück (bis April 1910).
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Winter auf
1910: In dem
Dorf Schnaitsee bei Wasserburg am Inn schreibt Ball an seiner Dissertation zum
Thema »Nietzsche in Basel«, wahrscheinlich mit der Absicht, in Heidelberg zu
promovieren.
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Frühjahr
1910: Ball bricht
sein Studium ab, gibt sein Promotionsvorhaben vorerst auf und überwirft sich mit
der Familie.
September: Er wird
Regieschüler an der Schauspielschule des von Max Reinhardt geleiteten »Deutschen
Theaters« in Berlin.
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1911 Sein erstes Buch, die
Tragikomödie »Die Nase des Michelangelo« erscheint im Ernst Rowohlt Verlag.
September: Regisseur und
Dramaturg mit Schauspielverpflichtungen beim Stadttheater Plauen für die
Spielzeit 1911/12.
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Juli 1912: Wechsel zum
»Münchner Lustspielhaus«, das sich unter Eugen Robert in der Spielzeit 1911/1912
zu einem Forum moderner Dramatik entwickelt.
1. Oktober: Engagement
als erster und alleiniger Dramaturg des »Münchner Lustspielhauses«.
11. Oktober:
Spielzeiteröffnung unter dem von Ball vorgeschlagenen neuen Namen »Münchner
Kammerspiele«.
Freundschaft mit Hans
Leybold und der Schauspielerin Leontine Sagan.
24. November: Ball
organisiert eine Feier zum 50. Geburtstag Gerhart Hauptmanns, bei der dessen »Helios«-Fragment
uraufgeführt wird.
30. November:
Uraufführung von Frank Wedekinds Drama »Franziska«, bei der Frank und Tilly
Wedekind mitspielen.
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März 1913:
»Aphorismen«
erscheinen in der Zeitschrift »Jugend«. Zusammenarbeit mit dem
Verlag von Heinrich F. S. Bachmair in München.
Juli: Erste
expressionistische Gedichte von Ball erscheinen in der Zeitschrift »Die Aktion«. Neben seiner
Theatertätigkeit arbeitet Ball als Redakteur für verschiedene Theaterverlage.
Ball verkehrt im Kreis
des »Blauen Reiters«.
Oktober: Balls Gedicht
»Der Henker« erscheint in der ersten Nummer von Bachmairs Zeitschrift
»Revolution«, woraufhin das Heft mit dem Vorwurf der Verbreitung unzüchtiger
Schriften konfisziert wird. Der Prozeß vor dem Münchner Landgericht macht Balls
Namen bekannt.
Bekanntschaft mit
Johannes R. Becher, Emmy Hennings, Klabund, Richard Huelsenbeck und Hans Leybold.
Oktober: Reise nach
Dresden und Berlin. In Dresden wird der Besuch einer Futuristen-Ausstellung zur
ersten prägenden Begegnung mit der Malerei der radikalen Moderne. Begegnungen
mit Jakob Hegner in Hellerau sowie mit Else Lasker-Schüler, Gottfried Benn und
Kurt Hiller in Berlin.
Dezember: In der
Zeitschrift »Die Neue Kunst« erscheinen expressionistische Gedichte von Ball.
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1914 Zusammenarbeit mit
Wassily Kandinsky bei dem Versuch einer Erneuerung des »Münchner
Künstlertheaters«. Die Bemühungen, dem Expressionismus einen Weg ins Theater zu
bahnen, scheitern.
6. April: Das
Reichsgericht entscheidet in letzter Instanz über die Anklage wegen Balls
Gedicht »Der Henker«, es sei unverständlich und rufe daher keine »schamverletzende
Wirkung« hervor.
Unter dem Pseudonym Klarinetta Klaball erscheinen gemeinsame Gedichte von
Ball, Klabund und Marietta
di Monaco.
Juni: Zum 50. Geburtstag
von Frank Wedekind erscheint der Aufsatz »Wedekind als Schauspieler«.
Juni: Plan eines
Almanachs »Das Neue Theater« als Pendant zur Sammlung »Der Blaue Reiter«. Der
Kriegsausbruch führt zum Scheitern des Projektes.
Juli: Neuer
Dramaturgen-Vertrag mit den Münchner Kammerspielen.
August: Alle
künstlerischen und herausgeberischen Pläne werden durch den Kriegsausbruch
zunichte gemacht. Gemeinsam mit Klabund stellt sich Ball in München als
Kriegsfreiwilliger. Beide werden für kriegsuntauglich erklärt.
Aufenthalt bei der
Familie in Pirmasens.
September: Um einen
verschwundenen Bekannten zu besuchen, Reise durch das frontnahe Lothringen.
Eindrücke von den Verwüstungen des Krieges.
7. September: Der Freund
Hans Leybold begeht nach einem Lazarettaufenthalt Selbstmord.
Oktober: Übersiedlung
nach Berlin, wo Ball zur Gruppe der expressionistischen Avantgarde gehört. Er
gerät zunehmend in Distanz zur »Aktion« um Franz Pfempfert und nähert sich René
Schickele und seiner Zeitschrift »Die Weißen Blätter« an. Freundschaft mit Richard
Huelsenbeck. Er wird zum erbitterten
Kriegsgegner.
November: Beginn der
intensiven Beschäftigung mit Revolutionsbewegungen und Anarchismus. Ball beginnt mit
Tagebuchaufzeichnungen (bis 1921).
»Der Henker von Brescia«
(Drama).
Ball beginnt seinen
Roman »Tenderenda der Phantast« (abgeschlossen 1920, Erstdruck 1967).
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April 1915: Anstellung als
Redakteur der Zeitschrift »Zeit im Bild« (bis 1915).
Ball schreibt Beiträge
für René Schickeles »Weiße Blätter«. Enge Zusammenarbeit mit
Richard Huelsenbeck, mit dem zusammen er »Ein literarisches Manifest« schreibt.
12. Mai: Tumultuarischer
Expressionistenabend in Berlin, der als Prototyp späterer Dada-Soireen gilt.
Neben den Veranstaltern Ball und Huelsenbeck treten u.a. Johannes R. Becher,
Emmy Hennings und Resi Langer mit einer Lesung von Gedichten Alfred
Lichtensteins auf.
Ende Mai: Auf Einladung
von Walter Serner emigriert Ball gemeinsam mit Emmy Hennings nach Zürich. Er
gerät in den folgenden Monaten in eine extreme wirtschaftliche Notlage.
Kontakte zur
syndikalistischen Arbeiterbewegung in Zürich und deren Theoretiker Fritz
Brupbacher.
Oktober-Dezember:
Engagement im Varieté-Ensemble »Flamingo« als Texter und Pianist.
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5. Februar
1916: Ball gründet
in Zürich das »Cabaret Voltaire«, das Treffpunkt pazifistischer Emigranten und
Zentrum des Dadaismus wird. Hier verkehren u.a. Hans Arp, Richard Huelsenbeck,
Marcel Janco und Tristan Tzara.
Das Gedicht »Totentanz
1916« erscheint in der Zeitschrift »Revoluzzer«.
18. April: Ball erfindet
»Dada« als Namen einer geplanten Zeitschrift. Im Vorwort zu der von Ball
herausgegebenen Sammlung »Cabaret Voltaire« macht er wenig später den Namen
publik.
23. Juni: Ball trägt
seine ersten Lautgedichte »Verse ohne Worte« im »kubistischen Kostüm« vor.

14. Juli: Im Zürcher
Zunfthaus findet der »I. Dada- Abend« statt, bei dem Ball »Das erste dadistische
Manifest« verliest, mit dem er sich vom
Dadaismus lossagt.
Ende Juli: Erster
Rückzug ins Tessin (bis Oktober). Freundschaft mit Leonhard Frank.
Ende Oktober-November:
Rückkehr nach Zürich und Reise nach Ermatingen gemeinsam mit Leonhard Frank.
Ende November: Rückkehr
nach Zürich, wohin auch Emmy Hennings übersiedelt. |


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1917 Ball gerät zwischen die
Fronten der innerhalb der Zürcher Emigrantenszene aufbrechenden Gegensätze und
wendet sich zeitweilig wieder dem
Dadaismus zu.
17. März: Ball gründet
gemeinsam mit Tristan Tzara die »Galerie Dada« in Zürich.
27. Mai: Aufgrund
organisatorischer und finanzieller Schwierigkeiten sowie wachsender Spannungen
mit Tzara beendet Ball seine Tätigkeit in der »Galerie Dada«, die aufgelöst
wird.
August: Übersiedlung
nach Ascona.
September: Übersiedlung
nach Bern. Ball verfaßt zahlreiche Beiträge für die Berner »Freie Zeitung« und
wird 1918 Mitglied der Redaktion (bis 1920). Freundschaft mit
Ernst Bloch.
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April 1918: Der Roman
»Flametti
oder Vom Dandysmus der Armen« erscheint mit einer Widmung an Emmy Hennings.
August: Ball wird
literarischer Leiter des neugegründeten Freien Verlags in Bern, in dem er den
»Almanach der Freien Zeitung 1917-1918« herausgibt.
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Januar
1919: »Zur Kritik der
deutschen Intelligenz«.
Enge Kontakte zu Walter
Benjamin, der in Bern promoviert und im Nachbarhaus von Ball wohnt.
1. März: In seinem
Artikel »An unsere Freunde und Kameraden« zieht Ball eine Bilanz der
Novemberrevolution.
Anfang März - Anfang
April: Zum ersten Mal seit Kriegsende besucht Ball Deutschland. Reise nach
München, Frankfurt am Main, Mannheim.
Ende April - Ende Mai:
Zweite Deutschlandreise, u.a. nach Berlin und München.
Juli-August: Aufenthalt
in Melide am Luganer See.
September: Kontakt zu
Rudolf Grossmann (Pierre Ramus).
Jahresende: Der von Ball
geleitete Freie Verlag gerät in wachsende finanzielle Schwierigkeiten.
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Oktober
1921: Übersiedlung
nach München.
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1922 Begegnung mit Hans Arp
und Johannes R. Becher.
Oktober: Wiedereinzug in
Agnuzzo.
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1923
»Byzantinisches
Christentum. Drei Heiligenlegenden« (Schriften).
30. August: Tod der
Mutter in Pirmasens.
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1924
»Carl Schmitts
Politische Theologie« (Aufsatz).
Oktober: Übersiedlung
nach Rom. Im Zusammenhang mit
einem Buchprojekt studiert Ball die Psychoanalyse in einem italienischen
Laboratorium.
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März 1925: Umzug nach Vietri
Marina bei Salerno.
Mai: Bezug eines Hauses
in Albori bei Salerno. Studium der Schriften
von C. G. Jung.
Dezember: Umzug nach
Vietri sul Mare.
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Mai 1926: Rückkehr ins Tessin
und Einzug in die Casa Schori in Lugano-Sorengo.
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1927
»Die Flucht aus der
Zeit« (Autobiographie, basierend auf Balls Tagebüchern der Jahre 1913 bis 1921).
»Hermann Hesse. Sein
Leben und Werk« (Monographie).
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